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E-Rechnungspflicht für Reinigungsfirmen & Hausverwaltungen: Was Sie jetzt tun müssen

Alexis Bethke-Pittadakis2026-04-218 Min. Lesezeit

Die Frist ist nicht "irgendwann", sie ist jetzt

Seit dem 1. Januar 2025 muss jedes Unternehmen in Deutschland in der Lage sein, strukturierte elektronische Rechnungen (XRechnung oder ZUGFeRD) für B2B-Transaktionen zu empfangen. Dieser Teil ist bereits Pflicht.

Was als Nächstes kommt:

  • 2027: Unternehmen mit über 800.000 € Umsatz müssen E-Rechnungen senden
  • 2028: Alle übrigen Unternehmen müssen E-Rechnungen senden, keine Ausnahmen
  • Eine PDF als E-Mail-Anhang zählt nicht. Ein Scan einer Papierrechnung zählt nicht. Die Rechnung muss maschinenlesbares XML sein.

    Warum es Reinigungsfirmen und Hausverwaltungen besonders trifft

    Wenn Sie 30 Wohneinheiten verwalten, erhalten Sie Rechnungen von Reinigungsdiensten, Handwerkern, Gärtnern, Versorgern, jeden Monat. Und Sie versenden Rechnungen an Eigentümer oder WEG-Gemeinschaften. Das sind Dutzende Rechnungen in beide Richtungen, jeden einzelnen Monat.

    Für ein Reinigungsunternehmen mit 8–20 Mitarbeitern dasselbe Bild: monatliche Rechnungen an jedes Kundenobjekt, oft mit verschiedenen Sätzen pro Gebäude, pro Quadratmeter, pro Leistungsart. Viele davon gehen an Hausverwaltungen, die bald ZUGFeRD-Format verlangen werden.

    Die typische Situation, die ich sehe:

  • Rechnungen werden in Word oder Excel erstellt, eine Vorlage pro Kunde
  • Jemand im Büro verbringt einen vollen Tag pro Monat mit Rechnungsstellung
  • Eingangsrechnungen von Subunternehmern werden geöffnet, gegen den Einsatzplan geprüft, in einem Ordner abgelegt
  • Niemand im Team hat je von XRechnung oder ZUGFeRD gehört
  • Die Pflicht kennt keine Unternehmensgröße. Wenn Sie nach Ihrer Frist eine B2B-Rechnung im falschen Format senden, kann Ihr Kunde, die Hausverwaltung, die WEG, der Generalunternehmer, sie zurückweisen.

    Was ZUGFeRD für Ihre Branche bedeutet

    ZUGFeRD (Version 2.3) ist die praktische Wahl für Ihre Branche: Ein normales PDF, das eingebettete XML-Daten enthält. Ihr Kunde kann die Rechnung ganz normal öffnen. Aber seine Buchhaltungssoftware kann die strukturierten Daten auch automatisch extrahieren.

    Das ist wichtig, weil Ihre Kunden anspruchsvoller werden. Eine Hausverwaltung, die 200 Einheiten betreut, will Ihre Rechnung nicht manuell in ihr System eintippen. Sie will strukturierte Daten, die sie importieren kann. Wenn Sie das liefern, werden Sie zum angenehmeren Lieferanten.

    Für Hausverwaltungen funktioniert es auch umgekehrt: Sie erhalten Rechnungen von 15 verschiedenen Dienstleistern. Wenn die als ZUGFeRD kommen, kann Ihr System Positionen parsen, Objekten zuordnen und automatisch buchen.

    Der falsche Ansatz: noch ein Tool, mehr Handarbeit

    Was ich bei Reinigungsfirmen sehe (machen Sie das nicht):

    1.Ein Rechnungsprogramm kaufen, das ZUGFeRD kann
    2.Für jeden Auftrag die Daten manuell ins neue Tool eintippen
    3.Rechnung generieren, herunterladen, per Mail senden
    4.Dann auch noch in Lexoffice oder DATEV für den Steuerberater einbuchen

    Jetzt haben Sie zwei Systeme, die nicht miteinander reden. Compliance erreicht, aber Sie haben 30 Minuten pro Rechnung dazubekommen statt Zeit gespart.

    Der richtige Ansatz: die gesamte Rechnungskette automatisieren

    Für Reinigungsfirmen

    Ihre Rechnungen folgen vorhersehbaren Mustern: gleicher Kunde, gleiches Gebäude, gleiche Quadratmeterzahl, monatlicher Zyklus. Das ist der perfekte Kandidat für Automatisierung.

    1.Ihr Einsatzplan (auch wenn es nur ein Google Sheet ist) löst zum Monatsende die Rechnungserstellung aus
    2.Das System berechnet den Betrag: Grundpreis × Fläche × Häufigkeit, plus etwaige Sonderleistungen des Monats
    3.Ein ZUGFeRD-konformes PDF wird generiert, sieht genauso aus wie Ihre bisherigen Rechnungen, enthält aber maschinenlesbares XML
    4.Die Rechnung wird per E-Mail an den Kunden versendet mit Zustellverfolgung
    5.Dieselben Daten werden automatisch in Lexoffice verbucht

    Ergebnis: Monatliche Rechnungsstellung von einem vollen Tag auf null Handarbeit.

    Für Hausverwaltungen

    Ihre Herausforderung ist anders, Sie müssen Eingangsrechnungen verarbeiten UND Ausgangsrechnungen erstellen (Hausgeldabrechnungen, Nebenkostenabrechnungen, Sonderumlagen). Die E-Rechnung ist dabei nur ein Baustein der Automatisierung für Hausverwaltungen, die Rechnungsein- und -ausgang in einer Kette zusammenführt.

    1.Eingehende ZUGFeRD-Rechnungen werden automatisch geparst: Lieferant, Betrag, Objektzuordnung, Kostenkategorie
    2.Das System ordnet Rechnungen der richtigen Wirtschaftseinheit zu, nach Regeln, die Sie einmal definieren
    3.Ausgangsrechnungen an Eigentümer werden aus den Verwaltungsdaten generiert
    4.Alles synchronisiert sich mit Ihrem Buchhaltungssystem, eine Quelle der Wahrheit

    Ergebnis: Rechnungsverarbeitung sinkt von 2–3 Minuten pro Dokument auf Sekunden.

    Echte Zahlen

    Ein Reinigungsunternehmen mit 40 aktiven Kundenobjekten:

  • Vorher: 40 Rechnungen × 20 Minuten = ~13 Stunden/Monat nur für Rechnungsstellung
  • Nachher: Automatische Erstellung + ZUGFeRD-Compliance = 0 Stunden/Monat, plus schnellere Zahlung, weil Kunden Ihre Rechnungen automatisch verarbeiten können
  • Eine Hausverwaltung mit 150 Einheiten und ~80 Eingangsrechnungen/Monat:

  • Vorher: 80 Rechnungen × 3 Minuten manuelle Eingabe = 4 Stunden/Monat, plus Fehlerkorrektur
  • Nachher: Automatisches Parsen + Objektzuordnung = nur noch Stichproben-Kontrolle, 30 Minuten/Monat
  • Was Sie jetzt tun sollten

    1.Fragen Sie Ihren Steuerberater: Nimmt er ZUGFeRD an? Die meisten DATEV-Nutzer können das bereits. Das bestimmt Ihr Exportformat.
    2.Listen Sie Ihre wiederkehrenden Rechnungen: Wenn 80% jeden Monat an dieselben Kunden gehen, ist der Automatisierungs-ROI sofort da.
    3.Kaufen Sie nicht einfach ein Tool: Nutzen Sie die Pflicht als Anlass, Einsatzplanung, Rechnungsstellung und Buchhaltung zu einer automatisierten Kette zu verbinden.

    Die Hausverwaltungen und Reinigungsfirmen, die das als "lästige Compliance" behandeln, werden jemanden einstellen, der durch ein neues Tool klickt. Die, die die ganze Kette automatisieren, sparen einen vollen Arbeitstag pro Monat, und werden schneller bezahlt.

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